1. Geschichtsstunde beim Geschichts- und Kunstverein

Geschichtsstunde: „Metallsondeln“ am Donnerstag, 17.09.2026

Einen tollen Vortrag boten unsere Mitglieder Edwin Aßmus und Michel Höglinger an diesem Abend! Zuerst wurde die notwendige Ausrüstung zum „Metallsondeln“ vorgestellt. Diese konnte ausgiebig von den über 20 Besuchern begutachtet und hinterfragt werden. Danach wurden die rechtlichen Voraussetzungen in Bayern für die Ausübung des Hobbys beleuchtet, bevor es los ging mit der Präsentation der Funde.

Das erste Bild zeigte eine Ansammlung der am meisten vorkommenden Metallfunde im Erdreich der abgesuchten Orte – Metallschrott aus Nägeln, Schrauben bis hin zu massenhaft Alulaschen von Getränkedosen! Was manche Mitmenschen doch so in Feld und Flur verlieren oder meinen entsorgen zu müssen! Aber dann wurde es spannend!  Zum ersten wurden uns leere Geschosshülsen gezeigt, der Verwendungszweck erklärt und die Teile wurden herumgereicht. Danach ein erstes Highlight mit mehreren (abgefeuerten und nicht benutzten) Musketen-Kugeln aus dem 18. Jahrhundert. Hier zeigten sich Edwin und Michel bestens vorbereitet und erklärten anschaulich anhand von Bildern, wie die Kugeln hergestellt und welche Musketen damit bestückt wurden. Über Uniformknöpfe aus dieser Zeit mit der Aufschrift „Für König und Vaterland“ ging der kurzweilige Vortrag weiter zu verschiedenen Medaillons und Medaillen. Immer bestens mit Hintergrundinformationen zum Fundstück versehen. Zum Beispiel wurde die bei uns gefundene Gedenkmünze an das Kaisermanöver im Taunus von 1897 mit dazugehörigen Postkartenmotiven unterlegt. Vor der Präsentation von Fundstücken aus der Zeit von 1935-1945 wies unser StV. Vorsitzende Dieter Staab auf den gesetzeskonformen Zweck dieser Präsentation als zeitgeschichtliche Aufarbeitung hin und fand einige Worte zu dieser schrecklichen Zeit. Nun wurden mehrere entsorgte/weggeworfene Überbleibsel der unseligen NS-Zeit gezeigt, die an verschiedenen Stellen im Ortsgebiet im Erdreich gefunden wurden. Ein Koppelschloss des Reichsarbeitsdienstes machte den Anfang und weiter ging es mit Abzeichen der Hitler-Jugend und einer Dankmünze des „Winterhilfswerkes“. Alle präsentierten Funde wurden von Michel und Edwin historisch kompetent eingeordnet und erklärt. Ein besonderes Stück war sicher der Uniformknopf eines amerikanischen Piloten aus den 1940er Jahren.  Mit zwei außergewöhnlichen Münzfunden wurden die Besucher nochmals überrascht.  Zum einen eine sehr gut erhaltene russische 20-Kopeken Münze mit dem Prägedatum 1915, zum anderen ein belgisches 5-Frank Stück von 1931 mit Albert, dem König der Belgier als Prägung. Bei der russischen Münze konnte Edwin einiges über die Motive auf der Münze erzählen, jedoch liegt bis heute keine schlüssige Erklärung vor, wie diese an den Fundort gekommen sein könnte. Bei der belgischen Münze verhält es sich etwas anders. Michel stellte eine Klärung der Fundsituation zur nächsten Geschichtsstunde am 20.11.2026 im Pfarrheim Straßbessenbach in Aussicht. Mit dieser Terminankündigung und der Bitte um Hinweise auf interessante Stellen zum „Metallsondeln“ endete ein hervorragend vorbereiteter und präsentierter Vortrag über ein sehr interessantes Hobby. Dass Inhalt, Vorbereitung und Präsentation großen Anklang bei den Besuchern fanden, drückte sich im anhaltenden Applaus am Ende aus. Die gezeigten Fundstücke wurden in Anschluss nochmals an den Tischen gemeinsam mit den beiden Referenten intensiv begutachtet und ein toller Abend klang mit angeregten Gesprächen aus. Herzlichen Dank an die zahlreichen Besucher unserer Geschichtsstunde-Premiere und ein „hervorragend gemacht“ an Michel Höglinger und Edwin Aßmus.