Sonder-Führung im Schloss Mespelbrunn am 13.06.2026
Am Samstag, 13. Juni war der Geschichts- und Kunstverein Bessenbach im Schloss Mespelbrunn zu Besuch.
Seine Geschichte beginnt im frühen 15. Jahrhundert. Um 1412 erhielt der Mainzer Forstmeister Hamann Echter ein Grundstück im abgelegenen Elsavatal als Lehen vom Erzstift Mainz. Dort
entstand zunächst ein befestigtes Haus mit Wehrgraben, das Schutz vor Räubern und den unruhigen Zeiten des Mittelalters bieten sollte.
Im 16. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Burganlage von der Familie Echter schrittweise zu einem repräsentativen Wasserschloss umgebaut. Besonders unter Peter III. Echter von Mespelbrunn erhielt das Schloss seine heutige Gestalt mit den charakteristischen Türmen, Erkern und Fachwerkelementen.
Das Schloss blieb über Jahrhunderte im Besitz der Familie Echter. Das bekannteste Familienmitglied war Julius Echter von Mespelbrunn (1545–1617), der als Fürstbischof von Würzburg die Gegenreformation in Franken prägte und die Universität Würzburg erneuerte.
Anders als viele Burgen und Schlösser wurde Mespelbrunn nie zerstört. Seine abgeschiedene Lage im Spessart bewahrte es vor Kriegen und größeren Verwüstungen. Nach dem Aussterben der
Familie Echter im Mannesstamm im Jahr 1665 ging das Schloss durch Heirat an die Familie der Grafen von Ingelheim über, die es bis heute besitzt und verwaltet. Bundesweit bekannt wurde
das Schloss unter anderem als Drehort des Films „Das Wirtshaus im Spessart“ mit Liselotte Pulver. Heute ist es eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Spessart. Unser Mitglied Manfred Emmerich begrüßte genau 19 weitere Mitgliederinnen und Mitglieder vor dem Wasserschloss und führte uns nach einem Gruppenfoto dann in den Innenhof. Von dort ging es weiter in die verschiedenen Räume bzw. Säle wie z.B. die bekannte Hauskapelle, der Ahnensaal oder auch das kleine, aber sehr wertvolle Chinesische Zimmer. Mit großem Fachwissen und klarer Sprache beschrieb Herr Emmerich die teilweise sehr kostbaren und meist originalen Gegenstände und Bilder des Schlosses. Am Ende der Führung ging er kurz auf die ehemaligen Nebengebäude des Schlosses wie z.B. das Mühlenhaus, der Reiterstall oder die Werkstatt ein. Im „Bäckermichel“ kehrten wir nach einer sehr interessanten und kurzweiligen Führung ein und ließen dort den Nachmittag ausklingen. Vielen Dank, Willi, für die gute Vorbereitung und vor allem Manfred Emmerich für die kompetente
Führung. Schön war‘s!